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Was verdient ein Dachdecker? Gehalt 2026

Nico Hartmann · Gründer von HandwerkerSpot
Veröffentlicht am

Dachdeckerinnen und Dachdecker decken und dichten Dächer, dämmen sie und montieren immer öfter Solaranlagen. Die Arbeit ist körperlich, findet in der Höhe statt und hängt am Wetter. Hier siehst du, was 2026 als Geselle, mit Erfahrung und als Meister realistisch drin ist – und welche Punkte dein Gehalt nach oben bringen.

Dachdecker Gehalt 2026 im Überblick

Die Werte sind monatliche Bruttogehälter bei Vollzeit. Je nach Betrieb, Tarifbindung und Region kann dein Gehalt darüber oder darunter liegen.

StufeBrutto / Monat
Einstieg / Geselleca. 2.600 €
Mit Berufserfahrungca. 3.350 €
Meister:inca. 4.250 €

Richtwerte von HandwerkerSpot, Stand 2026. Zum Abgleich: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und der für deinen Betrieb geltende Tarifvertrag des Dachdeckerhandwerks.

Tarif, Mindestlohn oder frei verhandelt?

Für das Dachdeckerhandwerk gibt es Tarifverträge, die Lohngruppen, Urlaub und Zuschläge regeln. Ist dein Betrieb tarifgebunden, richtet sich dein Lohn nach der Lohngruppe, in die du eingestuft bist – abhängig von Abschluss, Erfahrung und Tätigkeit. Als Untergrenze gilt immer der gesetzliche Mindestlohn; für das Dachdeckerhandwerk kann zusätzlich ein höherer Branchenmindestlohn gelten.

Nicht tarifgebundene Betriebe vereinbaren das Gehalt frei. Das kann mehr, aber auch weniger sein als im Tarif. Frag im Vorstellungsgespräch deshalb direkt: Gilt ein Tarifvertrag, und in welche Lohngruppe werde ich eingestuft? Die aktuellen Tarifwerte für deine Region kennt die Dachdecker-Innung oder die Gewerkschaft.

Was dein Gehalt beeinflusst

  • Region: im Süden und in Ballungsräumen wird oft mehr gezahlt als auf dem Land
  • Tarifbindung des Betriebs und deine Lohngruppe
  • Verantwortung, etwa als Vorarbeiter:in mit eigener Kolonne
  • Spezialisierung, zum Beispiel Flachdachabdichtung, Fassade, Solar oder Reetdach
  • Zuschläge für Überstunden, Montage mit Übernachtung und Arbeit am Wochenende
  • Führerschein: wer Transporter mit Anhänger oder Kranwagen fahren darf, ist im Team flexibler einsetzbar

Was passiert im Winter?

Bei Frost, Sturm oder Dauerregen kann auf dem Dach oft nicht gearbeitet werden. Damit das nicht direkt auf dein Gehalt durchschlägt, gibt es im Dachdeckerhandwerk eigene Regelungen für die Schlechtwetterzeit, unter anderem das Saison-Kurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit. Wie das in deinem Betrieb konkret läuft – etwa mit Arbeitszeitkonto oder Arbeit in der Halle –, solltest du vor dem Start klären.

💡 Frag nach dem Arbeitszeitkonto

Viele Betriebe sammeln im Sommer Überstunden auf einem Konto und gleichen damit ruhige Wintertage aus. Lass dir erklären, wie das Konto geführt wird und was mit übrigen Stunden passiert. So weißt du, womit du übers Jahr rechnen kannst.

Solar, Dämmung, Reet: wo Dachdecker gefragt sind

Das Dach ist längst mehr als Ziegel und Latten. Bei Sanierungen geht es oft um Dämmung und Energieeffizienz, auf vielen Dächern kommen Photovoltaik-Module dazu. Wer Unterkonstruktionen für Solaranlagen sauber setzen und abdichten kann, ist für Betriebe besonders wertvoll. Auch Flachdachabdichtung auf Gewerbe- und Wohnbauten und Dachbegrünungen sind gefragte Arbeitsfelder.

In Norddeutschland kommt eine Besonderheit dazu: Reetdächer. Die Ausbildung bietet neben dem Schwerpunkt Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik auch den Schwerpunkt Reetdachtechnik. Reetdachdecker sind eher selten – wer das Handwerk beherrscht, hat eine gute Verhandlungsposition.

Ausbildungsvergütung

Die Ausbildung zum Dachdecker dauert 3 Jahre. Die Vergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr. In tarifgebundenen Betrieben ist sie im Tarifvertrag festgelegt, ohne Tarifbindung gilt mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach dem Berufsbildungsgesetz.

So verdienst du mehr

Der erste Schritt nach der Gesellenprüfung ist oft die Rolle als Vorarbeiter:in: Du führst eine kleine Kolonne, sprichst mit Kunden und sorgst dafür, dass die Baustelle läuft. Das ist Verantwortung, die du in der Gehaltsverhandlung nutzen kannst.

Der größte Sprung kommt mit dem Meisterbrief. Der Richtwert für Dachdeckermeister:innen liegt bei rund 4.250 € brutto, mit Führungsaufgaben auch darüber. Dazu kommt: Das Dachdeckerhandwerk ist zulassungspflichtig. Wer einen eigenen Betrieb gründen will, braucht in der Regel den Meister oder eine gleichwertige Qualifikation. Alternativ führt der Weg über eine Weiterbildung zum Techniker in Richtung Planung und Bauleitung. Welche Förderungen es gibt, erklären wir im Ratgeber zum Meister.

💡 Tipp

Schreib Zusatzqualifikationen wie Solar-Montage, Flachdach-Schulungen der Hersteller oder einen Kranschein ausdrücklich in deinen Lebenslauf. Genau danach fragen viele Betriebe – und genau das sind deine Argumente fürs Gehalt.

Häufige Fragen

Was verdient ein Dachdecker nach der Ausbildung?

Als Geselle startest du nach unseren Richtwerten bei rund 2.600 € brutto im Monat. In tarifgebundenen Betrieben und Ballungsräumen ist oft mehr möglich.

Wie viel bleibt netto übrig?

Das hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenkasse ab. Als grobe Faustregel bleiben in Steuerklasse I etwa zwei Drittel vom Brutto. Aus 3.350 € brutto werden so ungefähr 2.200 € netto.

Lohnt sich der Dachdeckermeister?

Finanziell ja: Der Richtwert für Meister:innen liegt deutlich über dem Gesellen-Einstieg. Zusätzlich darfst du ausbilden und dich selbstständig machen.

Bekomme ich im Winter weniger Geld?

Nicht automatisch. Für witterungsbedingte Ausfälle gibt es im Dachdeckerhandwerk eigene Regelungen wie das Saison-Kurzarbeitergeld, viele Betriebe arbeiten zusätzlich mit Arbeitszeitkonten. Details regeln Tarif- und Arbeitsvertrag; bei Fragen helfen Innung oder Agentur für Arbeit.

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